Die Sturmklingen

Vom Lake Vors über die Eroberung Triumphs bis zurück an den Stormhead

Abenteurerjournal der Sturmklingen: Abschnitt XVIII

geschrieben von Tarlon Eisengeier
vom Clan der Ironmonger,
Luftpiratenadept des achten Kreises,
Mitglied der Sturmklingen.

Abschnitt I: Besuch bei Freunden

Nach unserem harten Rückschlag in Vestrivans Zitadelle und dem Scheitern bei unserer Mission für die Graue Frau, erreichten wir endlich den Lake Vors. Umgeben von alten Bekannten und mittlerweile guten Freunden, hatten wir seit langer Zeit die Möglichkeit, unsere Kräfte aufzufüllen und unsere erlebten Erfahrungen zu verarbeiten. T’sraktung nutze die Gelegenheit um einigen Handel mit den Vors und einer Karawane der Overland Trading Corporation zu treiben. Diese war in Begleitung eines Obsidianers gekommen, um die Überreste von Rockbase abzuholen, dem Obsidianer Purifier, der so tapfer im Kampf gegen Vestrivans Schergen gefallen war. Ral hingegen blickte in die Zukunft und widmete einen großen Teil seines Aufenthalts der Ausbildung der überlebenden Trollwächter aus Vestrivans Reich, für welche das Leben außerhalb der Zitadelle stets neue Erfahrungen bereithielt. Er unterwies sie sowohl in Kampftechniken, wie auch in Taktik und Verhaltenstraining, sehr zur Unterhaltung der umstehenden Verbündeten. Unser getreuer Vaddar erlernte die Fähigkeit des Kristallschmiedens und machte sich anschließend sofort daran, Rals neue Rüstung meisterhaft für ihre endgültige Verzauberung zu präparieren.
Ich selbst verbachte viel Zeit mit Arkester, dem Tiermeister, der uns seit unserem Kampf mit den zwei Wurmschädeln in Vestrivans Tal begleitete. Er unterwies mich darin, Tiere mit anderen Augen zu sehen, ihre Verhaltensweisen zu erkennen und mich ihnen gegenüber respektvoll und freundlich zu benehmen. Als Gegenleistung erklärte ich ihm vieles über das Leben und die Rituale außerhalb der Zitadelle, und dass Lebewesen die Fliegen können, nicht zwangsläufig dämonenbesessen sind. Zu seiner Verteidigung muss ich einräumen, dass es mir vielleicht nicht anders gehen würde, wenn ich in einer Welt aufgewachsen wäre, in der es weder Vögel, noch Schmetterlinge oder andere fliegende Wesen gab.
In der zweiten Woche bei den Vors ließ ich mich zusammen mit Ral von Hi-Long aus dem Hause Yil, seines Zeichens Schwertmeister, in der Fertigkeit der Riposte unterweisen. Zwar kannten wir die Fertigkeit schon seit langer Zeit, da T’sraktung selbst ein Meister in diesem Talent ist, dennoch haben die Vors einfach eine andere Art eine Riposte auszuführen, irgendwie martialisch und blutiger als bei den anderen Namensgebern Barsaives. Nach der zweiten Woche hieß es für mich aufbrechen von den Vors zum Kaer Eidolon, um auf einem Luftschiff meine Ausbildung zum achten Kreis meiner Disziplin zu absolvieren. Da wir mitten im Kriegszustand waren, und eine Menge Luftverkehr im Bereich zwischen dem Serpent River, dem Blutwald und Iopos patrouillierte, war es nicht schwer einen fähigen Adepten zu finden, der mich unterweisen konnte. Er bestand jedoch darauf, dass ich ihn in keiner Weise namentlich in unseren Aufzeichnungen erwähne, dieser Bitte komme ich hiermit nach. Nach dem Abschluss meiner Ausbildung und dem Erreichen des achten Kreises in meiner Disziplin als Luftpirat, begab ich mich zurück zum Lake Vors, um im Umfeld meiner Freunde die neu erworbenen Talente zu verbessern und mein nächstes großes Vorhaben mit den Sturmklingen zu besprechen. Eine Reise in den Blutwald, die mein Leben und das meiner Gefährten für immer verändern sollte…

Abschnitt II: Rockbase Bloodhawk

Wir machten uns gemeinsam als Sturmklingen, zusammen mit unseren mittlerweile ans Herz gewachsenen neun „Wächtern der Klingen“ auf den Weg an den Rand des Blutwaldes. Arkester, der bei diesem Vorhaben mein ständiger Berater war, begleitete mich von dort aus in den Wald, was für ihn, da es sein erster Besuch im Blutwald war, einige erschütternde Erfahrungen machte. Doch das war nicht der Grund, aus dem wir hier waren. Mit Hilfe der Blutrose, die mir Königin Alachia persönlich überreicht hatte, konnten wir uns nahezu ungehindert durch den Wald bewegen. Dennoch dauerte es Stunden, bis wir auf das Wesen trafen, das ich suchte. Trotz dem ständigen Abraten Arkesters, verursacht durch sein Misstrauen gegenüber fliegenden Wesen, war mir sofort klar, dass ich meinen zukünftigen Vertrauten gefunden hatte.
Imposant wirkend in seiner vollen Größe, geschmückt mit einem bräunlich roten Federkleid, und gezeichnet mit den grausamen Knochendornen des Blutwaldes, verlieh dem Blutfalken sein Aussehen eine traurige und dennoch unwiderstehliche Anziehungskraft. Überzeugt davon, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte, rief ich alles in meine Erinnerungen zurück, was mir Arkester über den Umgang mit Tieren beigebracht hatte und näherte mich vorsichtig meinem Gegenüber. Ich ließ mich vor seinem Baum nieder und begann meine Geschichte und die der Sturmklingen zu erzählen. Die Zeit und die Umgebung um mich herum verschwamm, und ich kann nicht wirklich sagen, wie viele Stunden ich dort mit Erzählungen von unseren Reisen verbracht habe. Zwischenzeitlich verschwand der Falke, nur um kurze Zeit später mit frischer Beute im Schnabel wieder aufzutauchen. Also Aßen und Tranken wir gemeinsam. Zu guter Letzt unterbreitete ich mein Angebot, ihn als Vertrauten willkommen zu heißen und erhob meinen Arm als unterstützende Geste. Die folgenden Sekunden kamen mir vor wie Ewigkeiten, und die Möglichkeit seiner Ablehnung nagte an meinen Gedanken. Doch einige Augenblicke später erhob sich mein neuer Vertrauter von seinem Baum in die Lüfte, um anschließend auf meinem ausgestreckten Arm zu landen.
Zusammen kehrten wir zurück an den Rand des Blutwalds um dort unser neues Gruppenmitglied dem Rest der Sturmklingen vorzustellen. Ich taufte meinen Vertrauten auf den Namen „Rockbase“, im Gedenken an den Obsidianer Purifier, der so tapfer im Kampf gegen Vestrivans Wurmschädel gefallen war. Die nächsten Wochen verbrachten wir damit, uns besser kennen zu lernen und die Lebensweise des anderen zu verstehen. So wurde mir bald klar, dass Rockbase darauf angewiesen ist, in regelmäßigen Abständen etwas Blut zu trinken, um so seine magischen Kräfte aufrecht zu erhalten. Als sich unsere Zeit bei den Vors dem Ende näherte, waren Rockbase und ich bereit unser Bündnis in Form eines Blutmagierituals zu besiegeln. Ich leistete dieses feierliche Gelöbnis:

Ich, Tarlon Eisengeier
Vom Clan der Ironmonger,
Sturmklinge der ersten Stunde,
erwähle dich Rockbase, als meinen Vertrauten.

So wahr ich mein Blut für Dich vergiesse,
gewähre ich Dir Schutz und Unterstützung,
solange noch ein Funken Leben in meiner Seele glimmt.

Gemeinsam in Geist und Tat
Werden wir Gerechtigkeit über unsere Widersacher
bringen. Wir werden nicht weichen, weder vor
Dämonen, noch vor anderen Kreaturen der Plage.

Wir werden zusammen mit den Sturmklingen
unsere Feinde mit Ehrfurcht und Respekt erfüllen
und unseren Freunden und Verbündeten mit diesem
begegnen, ungeachtet ihrer Rasse oder Disziplin.

Von jetzt an bindet uns dieser Schwur
Und für alle Zeiten die noch kommen werden.

Und besiegelte unseren Pakt mit meinem Blut, als Rockbase seinen Schnabel in meinem Fleisch versenkte. In diesem Moment ging ein unbeschreiblicher Schmerz durch jede der Sturmklingen und machte es und unmöglich sich zu bewegen. Für einen kurzen Moment konnten wir so alle erleben, was die Kreaturen des Blutwaldes durch das Ritual der Dornen jede Sekunde ihres Lebens ertragen müssen. Und jeder von uns versteht nun, warum nicht einmal Dämonen sich solchen Qualen aussetzen wollen, ganz gleich welchen Profit sie aus einer solchen Verbindung ziehen könnten.

Abschnitt III: Rückkehr in die Twilight Peaks

In der Nacht vor unserer Abreise vom Lake Vors in Richtung Twilight Peaks, kam ein Bote von Jahnee Firebalm zu uns und bat um ein letztes Treffen vor unserem Aufbruch. So begaben wir uns zu der Behausung des Mynbruje Questors in den Wäldern außerhalb der Stadt. Nachdem wir eingetreten waren und er uns für unser Kommen gedankt hatte, erzählte er uns von einer Vision, die ihm seine Passion geschickt hatte. „Wenn der rote Mond aufgeht, werden die Vors Hilfe benötigen“. Leider war es ihm unmöglich zu sagen, wann genau dieses Ereignis eintreten wird, ob in einer Woche, einem Monat, oder einem Jahr. Verbunden durch unsere Vergangenheit und die Freundschaft zu den Vors versprachen wir zurückzukehren und zu helfen, sobald die Mondphase des roten Mondes beginnt und verabschiedeten uns schweren Herzens von Jahnee und den Vors, immer in der Hoffnung, dass wir rechtzeitig zurückkommen würden.
Am nächsten Morgen machten wir uns gemeinsam mit Arkester und unseren Wächtern der Klingen auf den Weg in die Twilight Peaks, wo wir noch einige persönliche Dinge zu erledigen hatten. Zum einen waren wir alle gespannt, was Drogar Firebeard Rocktapper, Clanleader des Rocktapper Clans und Waffenschmied Adept aus den Überresten von Sturmruh und Zwillingsdorn für Ral angefertigt hatte, und zum anderen war es an der Zeit für die von Vaddar vorbereitete Verzauberung und Fertigstellung von Rals neuer Rüstung „Angry Mountain“.
Die Reise dauerte knapp zwei Wochen und verlief bis auf ein paar kleinere Auseinandersetzungen mit Untoten ohne Zwischenfälle. Unser erster Besuch galt Rals Familie im Clan der Steinklauen, wie immer wurden die Sturmklingen und ihr Gefolge mit offenen Armen empfangen, selbst das für Fremde erschreckend wirkende äußere von Rockbase störte hier niemanden. Ständig unter Zeitdruck und mit unseren Gedanken bei der drohenden Gefahr für die Vors, trafen wir uns am nächsten Tag mit Drogar Firebeard Rocktapper, der Ral einen Streitkolben übergab, den er aus den magischen Überresten von Zwillingsdorn und Sturmruh geschmiedet hatte. Der Kopf des Streitkolbens wird von unzähligen kleinen Dornen, sowie von elf großen Kristalldornen geziert. Bislang noch namenlos, wurde diese Waffe nach ihrer Fertigstellung von keinem Namensgeber mit Händen berührt und ihr magisches Muster wird sich einst durch Rals Selektion, welchen Gegner er mit dieser Waffe angreift, definieren.
Nach einigen Tagen Aufenthalt bei den Sturmklingen, bekamen wir eine Passage auf den Skytoucher Mountain, den höchsten Berg der Twilight Peaks, denn hier sollte der neue Kristallplattenpanzer Rals, Angry Mountain, durch Vaddar seine endgültige Verzauberung erhalten. Als der perfekte Ort für unser Vorhaben, stellten sich die alten ausgebrannten Ruinen des Skyseeker Moots heraus. In einer zwei Tage dauernden Prozedur fand Vaddars Bezauberung ihre Vollkommenheit, während um uns herum der Berg erbebte, und elementare Blitze die Luft mit Spannung erfüllten.

Abschnitt IV: Die Eroberung der Triumph

Noch in dieser Nacht wurden wir in unserem Lager bei den Steinklauen von Drogar aufgesucht und bekamen ein Angebot für eine militärische Aktion, der höchsten Geheimhaltung unterbreitet. Wie sich später herausstellte, waren nur eine Handvoll Heldengruppen auserwählt worden, um den militärischen Erstschlag der vereinten Völker Barsaives, unter dem Kommando von König Neden, vorzubereiten. Zur Lagebesprechung, wurden wir mit einem Drakkar zu einer Höhle in den nördlichen Bergen gebracht, in der wir auf eine andere Heldengruppe namens „Schildwall“ und drei weitere uns bekannte Personen trafen. Votana, die legendäre graue Frau, Omasu, der Leiter der Overland Trading Corporation und langjähriger Freund der Sturmklingen und Rokzo der Unanständige, den wir seit längerem nicht mehr gesehen hatten, der sich aber kein bisschen geändert zu haben schien, außer dass er mittlerweile der Anführer der Throalischen Luftflotte und enger Berater des Königs ist. Er war es auch, der die taktische Besprechung und den Angriffsplan gegen die Triumph erläuterte. Bei dem bis ins kleinste Detail geplanten Vorhaben, hatte jede Einsatztruppe ihre eigenen separaten Aufgaben, ohne deren Erfüllung, die komplette Mission misslingen würde, und somit tausende Namensgeber den Tod fänden.
Unsere Einsatztruppe, bestehend aus den Sturmklingen und Arkester, für den wir uns mit unserer Ehre verbürgten, hatte vier Aufgaben zu erledigen:

1. Die Zerstörung des nördlichen Elementargenerators, zur Deaktivierung der Schutzkuppe über der Triumph, so dass die Luftflotte Barsaives in den Kampf eingreifen kann.

2. Das Öffnen des Südtores in der Festung, so dass unsere Bodentruppen von außerhalb eindringen können.

3. Die Befreiung der Sklaven aus den unterirdischen Kerkern unterhalb des Südkomplexes der Festung.

4. Kontaktiert den Heimstein der Obsidianer auf dem Triumph gelandet ist und führt die Überlebenden in die Freiheit.

Während dem Flug zur Triumph, befanden wir uns unter Deck einer eroberten Theranischen Stein Vedette, deren Besatzung aus Namensgebern Barsaives in Rüstungen des Skypoint Vivane bestand. Das Ziel war es, den Theranischen Verteidigungseinheiten der Triumph, ein Rettungsmanöver vor einem Luftangriff der Trollclans vorzuspielen, so dass diese uns bis in die Festung eindringen lassen, um ihre vermeintlichen Verbündeten zu schützen. Zu unserer großen Erleichterung verlief der Plan bis hierhin wie erhofft. Das Signalhorn ertönte, und die Zeit zum Angriff war gekommen. Dank der guten Vorbereitung Vaddars, waren wir alle mit einem Zauber belegt, der es uns erlaubte, große Wegstrecken und Höhenunterschiede mit riesigen Sprüngen zu überwinden. So kletterten wir an Deck des Schiffes, orientierten uns kurz und sprangen los Richtung Norden, um unser erstes Einsatzziel zu erledigen. Schon nach wenigen Schritten versperrten uns fünf Theranische Infanteristen den Weg, während wir von hinten unter Pfeilbeschuss genommen wurden. Binnen Sekunden überwunden wir die chancenlosen Wachen und ich vernebelte mit Hilfe von meinem Schild Dunkelgeist die Sicht für Bogenschützen hinter unserer Gruppe. Nun folgte ein Marsch über zwei weitere Innenhöfe Richtung Norden. Der Widerstand auf den wir hier trafen war keine wirkliche Herausforderung und viele der überforderten Wächter ergriffen die Flucht, nachdem die ersten ihrer Kameraden den Tod fanden. Wir gelangten zu einer ca. fünf Meter breiten Brücke, die direkt zum Turm des Elementargenerators führte.

Knapp 50 Meter lang, wurde uns der Weg von einer Phalanx aus 25 Kämpfern versperrt, in Reihen von 5 Personen rückten sie langsam vor, so exakt in ihrer Aufstellung, das außer Schildern und Speeren nichts zu sehen war. Während wir überlegten, wie wir am besten gegen eine solche Aufstellung vorgehen sollten, öffnete sich für einen Moment eine Schneise zwischen den Schilden und aus dem inneren der Phalanx schoss ein gewaltiger Blitzstrahl in unsere Mitte. Nur um Zentimeterbreite verpasste der Blitz mich und T‘sraktung, schickte Ral und Vaddar jedoch mit einem harten Aufprall zu Boden. Nun war keine Zeit mehr zum Überlegen, während Ral und Vaddar sich wieder auf die Beine kämpften, sprang T’sraktung dank Vaddars Zauber über die Phalanx hinweg und attackierte diese von hinten mit dem Ziel, den Zauberer ausfindig zu machen der sich irgendwo in der Phalanx verbarg. Ich selbst tat das was ich am besten kann, ich sprang mitten hinein in die ersten zwei Reihen der Phalanx und erschütterte die ersten zehn Kämpfer mit meinem Kampfgebrüll. Dann schlug ich zu, erst mit meinem Schild, dann folgte Cheysul mit harten Schlägen in die Mitte meiner Gegner. Zwischenzeitlich wurde ich von einem weiteren Blitzschlag des Zauberers getroffen, was mich aber nicht von meinem Vorhaben abhielt, die verfluchte Phalanx aufzubrechen. Die Bewegung der Phalanx geriet ins Stocken. Der darauf folgende Schlagabtausch sah ähnlich aus wie der erste, doch als Ral in den Kampf eingriff gelang es uns endlich, eine Schneise in unsere Gegner zu schlagen und die Phalanx aufzubrechen. Und da stand er, ein Theraner Zauberer, feige versteckte er sich hinter den Kämpfern, die ihr Leben für ihn ließen. Mit atemberaubender Schnelligkeit, stieß Ral durch die Gegner hindurch zu dem Zauberer uns versetzte ihm einen heftigen Hieb mit Druva. Nur durch einen Schutzzauber, der sein Gesicht mit einer Bronzemaske bedeckte, konnte sich der Magier noch auf den Beinen halten. Ich erkannte meine Chance, nutze die Schneise die sich hinter Ral in der Phalanx geöffnet hatte und setzte nach. Dunkelgeist traf den Zauberer mit voller Kraft und schleuderte ihn von den Füßen, Cheysul folgte und grub sich tief in die Seite unseres Gegners, der vor Schmerz fluchte. Einen Moment später stand Ral über dem Theraner, der im Begriff war zu zaubern und zerschmetterte den Schädel seines Gegenübers mit einem wutverzehrten Schrei. Erst jetzt merkte ich, dass er den von Drogar Firebeard Rocktapper geschmiedeten Streitkolben in Händen hielt, dessen massive Kristallspitzen mit Theranischen Blut getränkt waren. Nach diesem martialischen Schauspiel traten die restlichen Überlebenden der Phalanx die Flucht an.

Wir sammelten uns und legten die letzten 50 Schritte zur Tür des Generatorturmes zurück. Während Vaddar versuchte die Tür zu öffnen, wurden wir plötzlich der Reihe nach von einem Zauber ergriffen, der uns verwirrt durch die Gegend irren ließ. Es dauerte einige Minuten bis sich das Geheimnis lüftete. Aus unserer Trance wurden wir gerissen, als Vaddar plötzlich von vier brennenden Pfeilen in den Rücken getroffen wurde und bewusstlos auf den Boden sank. Alarmiert drehten wir uns um und dort standen sie, unsere ewigen Widersacher, die Theranische Elite. Ihr Anführer Affern, ein menschlicher Schütze, war der Urheber von Vaddars Verletzungen. Begleitet wurde er von Gradan Sharpaxe, einem Zwergen Krieger, Larm Keenedge, einem Zwergen Waffenschmied, und von Praylar Sightshifter, dem Troll Illusionist, der dafür gesorgt hatte, das wir die letzten Minuten unseres Auftrages planlos umhergeirrt waren. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass Illusionisten in den Augen der Sturmklingen wirklich eine der niedrigsten Lebensformen sind, die Barsaive je gesehen hat. Nun brach die Hölle los, Ral sprintete los, bevor jemand reagieren konnte und stürzte sich auf Gradan Sharpaxe. Er landete einen mächtigen Treffer und der Theraner nutze Blutmagie, um den Schaden zu absorbieren. In einem geschickten Gegenangriff gelang es ihm seinerseits Ral niederzuwerfen. Praylar Sightshifter trat vor und zauberte einen Spruch auf mich, der es mir unmöglich machte mich von der Stelle zu bewegen. Wie eine Statue festgenagelt war ich gezwungen meinen Freunden zuzusehen, wie sie alleine den Kampf antreten mussten, eine schreckliche Erfahrung. T’sraktung rückte vor und es gelang ihm sich bis zu Praylar Sightshifter durchzukämpfen. Mit einem beidhändigen Schlag schnitt Geisterklinge durch den Astralraum zerschmetterte die Illusionen des Trolls. Die Klinge trieb sich tief in den Oberkörper Praylars, der mit einem überraschten Gesichtsausdruck zu Boden stürzte. Arkester stürmte vor und trieb seine Krallenhand in die Seite von Gradan Sharpaxe, der sich anscheinend immernoch auf Ral konzentrierte. Larm Keenedge versuchte zwar Arkester anzugreifen, scheiterte jedoch. Nun war Affern an der Reihe, doch gerade als er seinen Bogen erhob um einen Pfeil abzuschießen, ließ er einen Schmerzensschrei los und krümmte sich vor Schmerzen. Erstaunt sah ich mich um und die Einsicht traf mich wie ein Schlag, wie beim Gelöbnis als er zu meinem Vertrauten wurde, segelte Rockbase durch die Lüfte und ließ nun Affern die Schmerzen spüren, die er als Blutwaldkreatur jede Sekunde seines Lebens erfuhr. Unfähig etwas anderes zu tun streckte ich mich soweit wie möglich und erreichte den bewusstlosen Vaddar. Mit einer schnellen Bewegung zog ich ihn hinter mich in Sicherheit und weckte ihn wieder auf. Schon vom Boden aus, schossen Eiskugeln aus Vaddars Stab auf die Gegner nieder, während er selbst sich aufrichtete und mit Feuerblut ein Teil seiner Verletzungen heilte. Ral kämpfte vom Boden aus weiter und fügte Gradan zwei weitere Verwundungen bei, dieser verlor nun selbst die Balance und stürzte zu Boden. Auch Arkester landete weitere Treffer und vergiftete seinen Gegner durch das Saliva, das von seiner Krallenhand tropfte. T’sraktung vollendete sein Werk kompromisslos und köpfte den verhassten Illusionisten mit seinem zweiten Schlag, dann wendete er sich Affern zu. Plötzlich befreit vom Schmerz den er durch Rockbase erfuhr, richtete dieser sich auf und schoss einen brennenden Pfeil auf meinen Vertrauten, der diesen vom Himmel holte.
Ich fühlte einen brennenden Schmerz in meiner Brust und sah Rockbase zu Boden fallen, konnte jedoch noch seinen Herzschlag spüren und wusste so, dass er noch am Leben war. Wutentbrannt griff ich nach meiner Bola und schleuderte diese nach Affern, ich traf und sah wie sich die Bola um seinen Körper schlang. Zeitgleich brachten Arkester und Ral ihrem Kontrahenten die nächsten Wunden bei. Nun tat die Elite das, was sie am besten kann. Flüchten. Durch einen weiteren Theranischen Trick zogen sich Affern, Larm und Gradan durch eine massive Felswand zurück außer Reichweite, wobei Gradan eher bewusstlos durch die Wand hindurchfiel, als sich aus eigener Kraft zu bewegen. Möglicherweise ist er sogar im Anschluss durch seine Vielzahl an Wunden verblutet.

Es dauerte noch fast eine Minute als der Kampf vorüber war, bis ich meine Beine wieder Bewegen konnte. Ich lief hinüber zu Rockbase und weckte ihn, der Brandpfeil von Affern hatte eine große Wunde in den Bauchraum seines Körpers gerissen. Das nächste man wenn wir auf Affern treffen, werde ich dafür sorgen, dass sein Bauch eine ähnliche Wunde verziert, nur wird er sich davon nicht mehr erholen können wenn ich mit ihm fertig bin. Die Zeit ließ keine Pause zu, wir rappelten uns auf und machten und daran endlich die Tür zum Generatorraum zu öffnen. Vaddar fing an zu zaubern und nach 20 Sekunden hörten wir ein lautes Klacken, die Tür war offen. Ohne zu wissen was uns erwartet öffnete Vaddar die Tür und dort standen sie, sechs Theranische Wachen zusammen mit Landrial, einem Elfen Scout der Elite. Fast Reflexartig handelte Vaddar und schleuderte einen Feuerball auf den Elementargenerator, um den sich unsere Gegner positioniert hatten und schloss sofort wieder die Tür zum Turm. Mit einer dunklen Vorahnung brachten wir etwas Raum zwischen uns und den Turm, der Momente später in einer gewaltigen Explosion in die Luft flog und nur noch ein brennendes Trümmerfeld hinterließ. Somit war unsere erste Aufgabe erledigt.

Nun ging es zurück zum Südtor, um den Theranischen Truppen auf freiem Feld zu entgehen, suchten wir uns einen Weg durch die überwiegend verlassenen Wohngebäude der Triumph. Nach einigen Minuten und ohne größere Zwischenfälle verließen wir die Wohngebäude der Theraner und traten auf einen Innenhof, seitlich versetzt zum Südtor. Das Tor war noch geschlossen und es wurde auf zwei Ebenen gekämpft, unten im Innenhof standen wir, zusammen mit ein paar wenigen Barsaivern der Luftschiffbesatzung. Auf der Wehrmauer sahen wir, wie sich die Mitglieder des Schildwalls in Richtung Torhaus vorkämpften, nun jedoch auf harten Widerstand trafen und zurückgedrängt wurden. Wir traten auf den Innenhof und stellten uns in einer Verteidigungsformation um Vaddar, der einen Feuerball nach dem anderen auf die Feuerkanonen und die Theranischen Bodentruppen warf, während wir die nahestehenden Angreifer abwehrten. Abgelenkt durch unsere Angriffe, gelang es dem Schildwall letztlich in das Torhaus einzudringen, keine Minute zu früh, da wir nun durch die schiere Anzahl der Angreifer zurück in die Wohnhäuser der Theraner gedrängt wurden. Im Hintergrund hörten wir eine laute Explosion, und sahen noch wie das Südtor aus den Angeln gehoben wurde. Zurück durch die Wohngebäude nahmen wir einige Abkürzungen und hängten unsere Verfolger relativ zügig ab, so dass wir nach wenigen Minuten wieder auf dem Innenhof vor dem Südtor angelangt waren. Nun war das totale Chaos ausgebrochen. Die Truppen der vereinten Völker Barsaives strömten durch das Tor in die Triumph und überall wurde gekämpft. Zeit sich unserer nächsten Aufgabe zu widmen, die Befreiung der Sklaven aus den unterirdischen Zellen.

An diesen Trakt der Triumph erinnerten wir uns nur zu gut, es war nun gut ein Jahr her, als wir uns hier selbst als Sklaven aufhielten, nackt und unbewaffnet. Die Zeiten ändern sich… Wir erschlugen jeden Dis Questor auf den wir trafen erbarmungslos und machten uns daran, die Gefangenen aus ihren Zellen und von ihren Ketten zu befreien. Viele die jegliche Hoffnung verloren hatten, glaubten nicht daran, dass wir wirklich gekommen waren um sie zu retten und verweilten in ihren Zellen. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis sich alle Zellen geleert hatten und die Gefangenen auf dem Weg an die Oberfläche und in die Freiheit waren.

Wir drangen immer tiefer in den Gefangenenkomplex ein und erreichten schließlich die Überreste des Obsidianerheimsteins. Vaddar sprach einen Zauber, legte seine Hand auf die Felsoberfläche und stellte Verbindung mit dem Heimstein her. Nach einigen Geräuschen, die für mich nur wie das Knirschen von Steinen klang trat Vaddar einige Meter vom Stein zurück und der erste Obsidianer erschien. Immer mehr folgten, bis schließlich eine Gruppe von 25 Rockbrothers vor uns stand und mit wütenden und furchterregenden Gesichtern Richtung Oberfläche marschierten. Erst jetzt, als ich den Zorn und die Wut in ihren Gesichtern verstand ich, alle Überlebenden Obsidianer dieses missbrauchten Heimsteins folgten der Disziplin des Purifiers und hatten eine Ewigkeit darauf gewartet, sich an den Theranern für ihre unaussprechlich schändlichen Taten zu rächen. Ein Schaudern lief mir über den Rücken, als wir diesen Gerechtigkeit bringenden Kämpfern in die Schlacht folgten.

Mit dem guten Gefühl, das wir alle unsere Aufgaben in der Triumph erfüllt hatten, orientierten wir uns zurück an der Oberfläche in Richtung Bergfried, an dem die restlichen Theranischen Truppen noch den größten Widerstand leisteten. Dort angekommen schoss plötzlich ein gleißend weißer Lichtstrahl aus dem Inneren der Festung und die massiven und uneinnehmbar erscheinenden Mauern des Bergfrieds flogen in alle Himmelsrichtungen auseinander. Durch die Explosion des Bergfrieds und der Zerstörung der letzten Theranischen Truppen, wurde der Widerstand endgültig gebrochen, die Schlacht um Triumph war gewonnen.

Abschnitt V: Zurück zum Dämonenberg

Der Sieg über die Theraner wurde bis spät in die Nacht gefeiert und es herrschte trotz der eigenen Verluste ausgelassene Stimmung im Heerlager. Wir blieben für zwei Tage im Heerlager und besprachen einige persönliche Dinge mit Omasu und Rokzo. Vaddar nutzte die Gelegenheit und tauschte mit der Magier-Adeptin des Schildwalls einige Zauber, von denen ich sicher bin, dass sie uns in Zukunft sehr nützlich sein werden. Am zweiten Tag unseres Aufenthalts wurde uns von einem Vertrauten Boten Rals eine Nachricht größter Dringlichkeit überbracht. Wir sollen unverzüglich zum Stormhead aufbrechen, leider wurden in der Nachricht keine genaueren Informationen gemacht. Nach unseren letzten Erfahrungen im Stormhead konnte dies jedoch nur zweierlei bedeuten, Probleme mit Invae oder mit Dämonen und weder das eine noch das andere fand unsere Begeisterung. Der Wichtigkeit dieser Nachricht bewusst, warteten wir bis zu unserer Audienz mit König Neden, setzten diesen von unserem Vorhaben in Kenntnis und reisten mit einem Luftschiff ab in Richtung Cara Fahd. Die Reise dauerte eine knappe Woche und wir nutzten die Zeit an Bord um unsere Wunden zu versorgen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Rockbase und ich festigten unser Vertrauensband und verwoben unsere Muster miteinander, mit dem Nutzen, das wir uns von nun an gedanklich verständigen können und ich ihm zugefügten Schaden auf mich übertragen kann. Angekommen an den Ausläufern von Cara Fahd verließen wir das Luftschiff und wollten gerade in Richtung Stormhead aufbrechen, als wir neben dem Luftschiffhafen die riesige Gestalt Icewings sahen, dem Großen Drachen der Legenden.
Vorsichtig und mit gebührendem Respekt näherten wir uns und verbeugten uns tief vor Icewing. T’sraktung trat vor und überreichte dem Drachen ein Geschenk, etwas dass aussah wie ein Wandteppich. Icewing schaute verwundert und bedankte sich schließlich bei T’sraktung. Erst später erzählte er, dass sein Gespür für wertvolle Dinge ihn innerhalb der Triumph dazu verleitete diesen Wandteppich mitzunehmen. Später stellte sich heraus, dass er der Mustergegenstand des großen Drachen Clouddancer war, der im Krieg der Theraner gegen die Drachen getötet wurde. Nach einer nahezu warmherzig wirkenden Verabschiedung erhob sich Icewing in die Lüfte und flog Richtung Norden davon, nur um sich in kurzer Entfernung in die Begleitung eines weiteren großen Drachen zu begeben. Ein Anblick, den ich niemals vergessen werde, zusammen flogen sie Richtung Horizont. Entschlossen unserem nächsten Feind entgegen zu treten reisen wir nun also Richtung Stormhead, und sind es auch Hunderte von Invae oder Dämonen auf die wir treffen ist doch eines ganz gewiss, die Sturmklingen werden nicht weichen….

Comments

Tarlon

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.