Kapitel 5

Das Kaer im Kaer

Ich suchte im Zuge meiner Ausbildung noch nach Möglichkeiten meinen Horizont in der Kunst der Magie zu erweitern. Glücklicherweise fand ich einen Lehrer, Arontree, der gewillt war mir ein Talent der Zauberer zugänglich zu machen, das Fadenweben ihrer Disziplin. Arontree war ein Elf, der in der Disziplin des Zauberers ausgebildet war.

Ich hatte leider nicht genug Geld um seinen geforderten Preis zu zahlen. Daraufhin meinte er, er wäre auch mit einer Dienstleistung zufrieden, nichts großes. Er behauptete, eine Statue in Form eines Drachen wäre ihm abhanden gekommen und er sähe es gerne wenn wir uns um die Wiederbeschaffung bemühen würden. Meine Freunde und ich willigten ein.

Der Auftrag hörte sich einfach an, sollte es sicherlich auch sein, wurde in seiner Ausführung jedoch wesentlich komplexer als erwartet. Der Dieb sollte sich in einer Schänke die „Der Schwarze Engel“ hieß aufhalten.

Wir beschlossen: Hingehen, mit dem Dieb reden, Statue mitnehmen und die Sache als Erledigt abhaken.

Wir verabredeten uns an der Kneipe, da ich mit dem Lernpensum im Rückstand war und mich etwas verspätete kann ich nur den ungefähren Hergang schildern. Die Probleme begannen schon bei dem Gasthaus.

  • Der Wirt, ein Ork, der den „Schwarzen Engel“ betrieb hatte ein allgemeines Verbot gegen Trolle in seiner Kneipe ausgesprochen.
  • Die Stadtwache muss Mittags zahlreich zum Essen da gewesen sein, da Ral und Tarlon keinen Streit vom Zaun gebrochen hatten.

Wie sie an die Information kamen das sich unser Gesuchter Mann öfters in dem Krämerladen an der Ecke Kunde war ist mir ein Rätsel. Als ich zu Ihnen stieß betraten sie gerade den Laden.

Anscheinend hatte jemand die Tür aufgebrochen. Vielleicht war der Dieb noch im Laden.

Im Krämerladen war von unserem Ziel nichts zusehen. Statt dessen entdeckten Ral im Keller eine Geheimtür. Dahinter verbargen sich ein Raggog Schrein, ein Laboratorium und einige andere unerwartete Kleinigkeiten. Ral brachte sein missfallen gegenüber den Anhängern dieses Kultes dadurch zum Ausdruck, das er die Statue der verrückten Passion in kleine und kleinste Stückchen zerschlug.

Keine gute Idee und nicht zur Nachahmung empfholen. Die Sturmklingen hatten Glück das die Antwort der wahnsinnigen Passion schlecht getimed war.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Bei einer weiteren Erkundung der geheimen Räumlichkeiten unter der Gastwirtschaft entdeckten wir Schlafräume. In den Betten lagen noch die Laken derer die sich dort zur ruhe gebettet hatten, anscheinend zur letzten Ruhe. Die Räume trugen Kampfspuren und es war Blut vergossen worden. Aber es waren keine Leichen zu entdecken. Keinen Hinweis auf den Verbleib der Statue oder des Diebes.

In einem anderen Schlaftrakt entdeckt, ich glaube es war Ral, ein Loch im Fußboden. Es ging dort einige Meter tief hinunter und wir seilten uns ab. Wir gingen in einen Bereich von Throal den offensichtlich seit Jahrhunderten kein Namensgeber mehr betreten hatten. Anscheinend war der ganze Teil des Kaers durch einen Einsturz abgetrennt worden.

Was immer die Leute getötet hatte war anscheinend von dort gekommen. Wir entdeckten einen Schrein von Upandal der vor langer Zeit aufgegeben worden war. Aber einige Spuren Führten zu ihm.
Wir konnten uns darauf keinen Reim machen und folgten weiter den Spuren. Wir hofften sie würden uns zu der Statue führen. Innerhalb des Tempels entdeckten wir einen Spektraltänzer.

Aus rein taktischen Erwägungen zogen wir uns fürs erste zurück, vor dem Tänzer. In der Schmiede des Tempels entdeckten wir ein Zwergenschwert. Die feinste Arbeit an Schmiedehandwerk die ich bisher gesehen habe, in meinen Augen. Leider habe ich davon wenig Ahnung. T´sraktung fand, sie wäre vorzüglich für seinen Schwanz geeignet, da sich die Klinge dort als zusätzliche Waffe wunderbar einsetzen lassen würde. Wie meistens hatte er recht.

Diese Waffe leistet uns und ihm in den folgenden Stunden und kommenden Jahren gute Dienste.
Die weitere Erkundung dieses Kaers im Kaer förderte plötzlich auch Unmengen an Kadaverzwergen und anderem untotem Gezücht wie Ghoule in Reichweite unserer Waffen und Zauber. Wir kämpften wir die Berserker, wurden jedoch durch die schieren Massen der Toten zurückgeworfen. Während des Kampfes gelang es uns glücklicherweise die Statue in die Finger zu bekommen. Unser Rückzug erfolgte planmäßig. Ich vereiste die Treppen und die anderen sorgten dafür das die Untoten die Eisfläche abwärts rutschten.

Nach unserem Ausstieg aus dem Kaer verständigten wir Tar Strongfist von den Wachen in Throal.
Als wir Ihn fanden hatten sich schon etliche Untote einen Weg nach Throal hinein gesucht. Sie waren durch die Bodenverkleidung des „Schwarzen Engels“ gebrochen und sähten nun Tod und Verwüstung auf den Straßen.

Dieses tragische Ereignis ist auch in anderen Quellen gut dokumentiert. An dem Tag fanden 17 Namensgeber Ihren tot in den Strassen Throals. Das wir eine Schlacht gegen Horden von Untote in unserer eigenen, sicherern Hauptstadt führen mussten zeigt, dass die Nachwirkungen des Scourge noch lange nicht vorbei sind.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Tar Strongfist kämpfte an unserer Seite und gemeinsam mit ihm gelang es uns einen Weg zum Krämerladen zu erzwingen. Wir trieben die Untoten wieder in ihr dunkles Reich zurück und brachten ihnen den endgültigen Frieden.

Ral, Tarlon und T´sraktung zerschmetterten mit mächtigen Hieben den letzen Widerstand den diese lebenden Leichen uns entgegensetzten. Ich unterstützte sie nach besten Kräften, spann die Fäden meiner Zauber ohne unterlass, ließ die Klingen entlammen, zerfetzte totes Fleisch und morsche Knochen mit meinen Eisbolzen.

So gelangten wir in einen Hauptraum aus dem einige Gänge abzweigten. In der Mitte des Raumes war ein Sarg aus Marmor aufgestellt. Aus diesem wogte wie ein Vorbote nahen Untergangs eine Dunkelheit schwärzer, bösartiger und dunkler als alles was ich bisher gesehen hatte. Aber selbst die Dunkelheit verlor ihren Mut als Tarlon sie mit einem Kriegsschrei niederbrüllte und weiterhin ohne innezuhalten Schädel spaltete und Vernichtung brachte.

Unter Rals Füßen wurden ganze Horden zu blutigem Brei zermalmt und sein Namensschwert hielt reiche Ernte. Anscheinend hatten wir die Treibende Kraft hinter den ganzen Untoten gefunden, denn diese Wolke der Boshaftigkeit manifestierte sich nun zu einem Fleisch gewordenen Alptraum.
Es attackierte T´sraktung und dieser beendete dessen Existenz.

Die Untersuchung des Tempels und des Spektraltänzes bereitete dem Geisterbeschwörer der die Wachen begleitete in solches Unbehagen, das er sich zurückzog. Irgendwie wollte er sich nicht mit diesem anlegen. Keine Ahnung wieso.

Der Tänzer dauerte Ral. In seiner angeborenen Gutherzigkeit beschloß er den Tänzer zu erlösen. Wie befreit man einen verfluchten Tänzer??? Genau, man tanzt mit ihm. Und genau das tat Ral; – nicht zur Nachahmung empfohlen.

Die Bewegung und die Grazie mit der Ral sich bewegte waren unbeschreiblich, er muß teilweise durch seine Kriegsmagie unterstützt worden sein. Der Tanz an sich war nichts anderes als eine Schlacht gegen den Horror der diese arme Kreatur zu dem gemacht hatte was sie nun war.
Wir alle unterstützten Ral tatkräftig dabei: T´sraktung spielte Dudelsack; Tarlon klatschte; ich nahm eine Geisterbeschwörer Grimoire die wir dort gefunden hatten, lauter Schädel, und trommelte im Takt zu den Rhythmen meiner Freunde.

Plötzlich veränderten sich die Bewegungen des Tänzers sie wurden langsamer, hatte er sich vorher von Umdrehung zu Umdrehung die Geschwindigkeit und das Tempo des Tanzes erhöht kamen sie nun nach einiger Zeit Gänzlich zum erliegen.

Der Ausdruck der Dankbarkeit und des Friedens auf seinem Gesicht lies die ganze Anstrengung, ihn zu befreien, unbedeutend erscheinen. Wir hatten seine Seele dem Horror entrissen.

Die folgenden Tage vergingen wie im Flug, ich ging zu Arontree und er unterwies mich in seiner Kunst. Meine Freunde fanden Zwischenzeitlich heraus, dass die Statue wohl Icewing gehört und beschlossen diese nicht Arontree sondern dem rechtmäßigen Besitzer auszuhändigen.

Das Gesicht von Arontree werde ich nie vergessen, als er in die Schänke in der wir wohnten kam und T´sraktung ihm eröffnete, er könne sich die Statue bei ihrem wahren Eigentümer abholen. Da er uns auch nicht mit allen Informationen versorgt hatte hielt er Rückzug wohl für die beste alle Möglichkeiten.

Das Lachen das T´sraktung, Ral und Tarlon anstimmten muß ihm noch lange in den Ohren geklungen haben. Die Vorbereitungen um Icewing seine Statue zu übergeben erwiesen sich als sehr kostspielig. Man darf dem Großdrachen nur in ausgesuchter Kleidung und wohlriechend gegenübertreten. Die Leute die wissen was er mag lassen sich dieses Wissen teuer bezahlen, elende Beutelschneider.

Die Audienz bei Icewing war ein Anlass der sich unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt hat, wohl auch wegen der besonderen Begleitumstände.

Wir machten uns mit einem Luftschiff auf zu Icewings Hort, als wir ankamen wurden wir von der schieren Masse der Gegenstände und Schätze, der gewaltigen, den Bedürfnissen eines Drachen angepassten, Höhle und den überwältigenden anderen Eindrücken schier erschlagen.

All dies verblasste zu einem unbedeutenden Schatten, als wir in Icewings Audienzräumen geleitet wurden. Ich kam mir klein und wehrlos vor.

Seine Fänge erschienen mir lang wie Schwerter. Seine Klauen, hart wie Diamant, waren wie Axtblätter und seine Schuppen bildeten einen undurchdringlichen Wall der über alle Waffen nur lachen konnte. Ich bekam kaum mit was die anderen mit ihm besprachen, so beeindruckt war ich.

Das nächste was ich wieder bewusst wahrnahm war ein erzürntes Aufbrüllen von Icewing: Niemand dürfe seinen Hort schänden.

Mein erster und einziger Gedanke war: „Jetzt ist es aus“.

Glücklicherweise war es „nur“ ein Harbringer der Passion Raggog, der Ral Respekt und Achtung vor Raggog und seinen Schreinen lehren sollte. Als ob wir jemals eine verrückte Passion verehren würden.

Er eröffnete die Feindseligkeiten mit den Worten: „ Ral, Zieh dein Schwert und verteidige Dich oder stirb wie Schlachtvieh.“

Bevor es zu Kampfhandlungen in seinem Hort kommen konnte entzündete Icewing den Harbringer mit seinem Flammenodem. Ich habe nie eine Flamme gesehen die heißer brannte als ein Drachenfeuer. Der Harbringer wankte trotz allem brennend weiter auf uns zu, wurde aber schließlich von Icewings Klaue zermalmt.

Die Audienz war kurze Zeit später beendet.

Details dieser Unterredung währen sehr nett gewesen. Ich kann mir kaum vorstellen das Icewing der Untotenstatus Vadars und ev. auch das Horrormark Rals entgangen sind. Im nächsten Jahr werde ich versuchen mehr Details zu dieser Audienz von den Sturmklingen zu erfahren und nachtragen wenn ich erfolgreich bin.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

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Kapitel 5

Die Sturmklingen Raiser