Kapitel 6

Die Vors

Nach dem Gespräch mit Icewing machten wir uns auf sein anraten in die Richtung des Lake Vor auf.
Dort sollten wir eine Lösung für Rals Problem finden. Wir alle waren guter Hoffnung.
Bei unserem Aufbruch schien die Sonne und das Wetter war mild. Alles war bestens.

Ein indirekter Beleg dafür das Icewing bekannt war, oder von den Sturmklingen bekannt gemacht wurde, das Ral von einem Horror besessen war.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Bis zu dem Zeitpunkt als wir beschlossen auf einer Lichtung unser Lager aufzuschlagen. Ich weis nicht mehr wer von uns Wache gehalten hat, nur das ich geweckt wurde und das fallen von Bäumen hörte. Ich konnte gerade noch meinen Luftthron herbeirufen und mich setzen. Da waren sie auch schon da, Raggog´s Rache, dachte ich.

Widerliche kleine Biester diese Gehnis. Sie scheinen über die hälfte aus Maul und Zähnen zu bestehen und bahnten sich ihren weg durch das Waldstück in dem wir lagerten. Sie fraßen alles was ihnen vor ihren Schlund kam, einschließlich ihrer Artgenossen. Sie fielen über uns her, ich konnte mich gerade noch in eine sichere Höhe mit meinem Thron begeben.

Dann waren sie heran, die ersten Wellen zersplitterte an den drei Felsen T´sraktung, Ral und Tarlon, mit jedem Streich ihrer Klingen fielen die Gegner zu Dutzenden. Schließlich jedoch, es kam wie es seit undenklichen Zeiten immer war, steter Tropfen höhlt den Stein: Der erste fiel. Ich glaube es war Tarlon, der eingekreist von einer Horde dieser Biester, durch das bloße Gewicht und die Masse der Monster die sich in ihn verbissen hatten in die Knie gezwungen wurde.

Sogleich stellten sich T´sraktung und Ral an seine Seite und schützten ihn mit ihren eigenen Körpern. Wegen dieses unglücklichen Kampfverlaufes sah ich mich gezwungen mit meinem Thron in die Reichweite dieser Bestien zu fliegen. Einige hatte ich zwar auch mit meinen Zaubern beseitigen können aber lange nicht so effektiv wie meine Kameraden.

Um Ral und T´sraktung etwas Zeit zu erkaufen und die Gehnis abzulenken bot ich ihnen ein Ziel. Sofort fielen sie zu Dutzenden über mich her. Ich beendete mein Untotes dasein.

Ich erwachte auf meinem Thron. Als ich mich umsah war alles blutigrot und als ich meine Augen endlich gänzlich geöffnet hatte sah ich die Bescherung. Ich schwebte mitten über der Feuersee, in der Heimat des Todes. Das Letzte woran ich mich erinnerte waren Mäuler.
Ich bemerkte, das mein Thron schnell absank und entdeckte eine Insel in der See. Ich wusste instinktiv wenn ich die Insel erreichte würde ich leben. Natürlich habe ich es geschafft, aber es war ein knappes rennen, ich hing buchstäblich mit dem Hintern in der Lava als ich das rettende Ufer erreichte. Etwas das ich nicht wiederholen möchte. Ich verlor erneut das Bewusstsein.

Als ich wieder erwachte schaute ich in die Gesichter meiner Freude. Man hatte mich mit einer Wiederbelebungssalbe zurückgeholt. Wieweit stellte ich erst später fest. Garlen muss mir wohlgewogen gewesen sein, denn ich lebte wieder und zwar komplett. Der Horror der mit Ral, um mein Leben gefeilscht hatte, hielt seinen teil der Abmachung nicht mehr ein. Man konnte ihn jetzt, vielleicht, vernichten ohne mich damit zu töten. Anscheinend hielt er meinen Körper in dem Zustand in dem ich gestorben war und für meinen Körper verging keine Zeit, weswegen die Salbe ihre Wirkung entfalten konnte und mir ein zweites, richtiges Leben Schenkte.
Welche gütige Passion da auf mich herab schaute weis ich nicht. Deswegen danke ich allen.

Das man einem Horror nicht trauen kann, sollte jedem Adepten bewusst sein.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Wir waren zerschlagen und geschunden als wir am Lake Vors ankamen. Von weitem sahen wir die Stadtmauern. Groß und trotzig ragten sie in den Himmel. Sie wirkten kalt und abweisend. Als wir uns näherten wurden wir von mürrischen Wachen begrüßt.

Wir wurden auf Herz und Nieren geprüft um festzustellen ob einer von uns von einem Horror besessen wäre. Wir alle, auch Ral, bestanden die Proben in Kunstfertigkeit. Anscheinend war er nicht besessen. Ich habe mich seitdem etwas mit Horrors und ihren Konstrukten beschäftigt und denke, der Horror hat mit seinen Kräften eine Art Illusion erzeugt die alle Betrachter des Werkes von Ral vorgaukelte ein normales Kunstwerk zu sehen. Geschickte Biester diese Horrors.

Das Ritual der Kunstfähigkeit ist sehr verbreitet und genauso umstritten. Die Sturmklingen bringen einen beleg dafür, das die Probe auf Kunstfähigkeit kein ausreichende Mittel ist einen markierten Namensgeber sicher zu finden. Das heißt aber nicht, das es nicht in anderen dokumentierten Fällen nicht schon funktioniert hat, nur das es nicht immer funktionieren muss.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Wir verbrachten einige Zeit in Vor und versuchten Erkundigungen über das Kaer zu erlangen. Niemand war besonders Gesprächig und wir blieben die meiste Zeit für uns. Ral, T´sraktung und Tarlon suchten währenddessen noch einige Persönlichkeiten auf, es ging unteranderem um das Schmieden von Schwertern.

Sa-Sar aus dem Hause Susan konnte ihnen mit seiner Schmiedekunst dienlich sein.
Tarlon hielt irgendwann eine Klinge die schreckliche Zacken in der Schneide hatte in den Händen. Um größere Wunden zu reißen, wie er erklärte. Auch Ral lies sein späteres Namenschwert hier noch weiter verbessern. Ich besuchte den Elementaristen der uns auch am Eingang der Stadt untersucht hatte, Talin aus dem Hause Augar. Ich erfuhr einiges neues.

T´sraktung und ein Ortsansässiger Schwertmeister, Hi-Long aus dem Hause Yil, pflegten ihre Animosität weiter. Diese hatte am Eingang zur Stadt begonnen, als sich einer nicht vor dem Ego des anderen beugen wollte. Schwertmeister halt.

T´sraktung und Hi-Long hatten sich beide auf ein Duell miteinander eingelassen, wegen einer Sache die mir damals nichtig erschien. Ich bemerkte meinen Mangel an Einsicht erst als es leider zuspät war. Sie kämpften. T´sraktung gewann die Oberhand gegen den in den einige Kreise über ihm stehenden Hi-Long. Mir wurde langweilig und ich klebte Hi Long mit einem Zauber am Boden Fest. Damit war die Sache für mich erledigt.

Den Wutausbruch den T´sraktung damals hatte kann und möchte ich hier nicht näher beschreiben. Ich habe in seither niemals wieder so erlebt. Nun, seitdem weis ich worum es bei Schwertmeisterduellen geht. Nicht unbedingt den Gegner zu töten oder zu verletzen, sondern „nur“ die Bestätigung zu erbringen wer der bessere ist. Ich nahm T´sraktung mit meinem Eingreifen die Möglichkeit dies Hi-Long und alle anderen zu beweisen. Ich sah damals nur die Möglichkeit einen, in meinen Augen, überflüssigen Kampf zum Ende zu bringen ohne das jemand verletzt wurde, außer vielleicht etwas Stolz. Ich kann mich nur nochmals für mein Fehlverhalten und die Unwissenheit damals entschuldigen.

Das Kaer der Vors einst gedacht als Schutz vor den Überfällen der Horrors hatte während der Plage ein bitteres Los zu ertragen. Die äußeren Schutzwälle hielten den Angreifenden Horrors zwar stand aber einer der Ihren ein Magier, Kaih Lia, von großer Macht wurde von dem Horror, Tendris´ al, gezeichnet und öffnete die Haupttore des Kaers.

Mit einem blutigen Gemetzel fielen die Horrors über die ahnungslosen Bewohner her. Die letzten Überlebenden Vors mussten sich tief in ihrem Kaer verschanzen um zu überleben. Die Kämpfe und das Leid aus diesen Tagen belasten die Vors noch dieser Tage. Die meisten von Ihnen sind deswegen sehr schroff und barsch in ihrer Art. Geprägt durch ein Leben in, beziehungsweise durch die Erinnerung an die Gefahr.

Da die Horrors oft in Verkleidung eines Freundes oder Geliebten versuchten sich Zugang in die abgeschotteten Bereiche des Kaers zu erschleichen, wurden die Vors schließlich allem und jedem gegenüber misstrauisch. Nur die Familie genoss ein gewisses Vertrauen. Daraus entstanden die Häuser der Vors. Das hat sich bis heute gehalten. Ein Vor zum Freund das betrachte ich als eine große Leistung.

Das Kaer war, wenn der Vergleich gestattet ist, von seinem Aufbau ein ganz normales schlichtes Kaer wie aus den Büchern. Es gab Wohn- und Gemeinschaftsbereiche, Flächen für Ackerbau und Viehzucht, Schreine für die Passionen und gesonderte Bereiche zur Ausbildung und Unterweisung. Die vorderen Sektionen des Kaers waren den Dämonen anheim gefallen und trugen die Zeichen ihrer pervertierenden Präsenz.

Der Bereich der den Bewohnern des Kaers noch als Lebensraum gelassen worden war, wurde durch eine riesige steil abfallende Klippe markiert an deren Fuß sich die Überlebenden Vors verschanzt hatten. Unsere Erkundung des Kaers führte uns schließlich nach einigen harten Kämpfen mit Kadavermenschen und Shriekern, Fledermäuse die einen lauten schrei ausstoßen, zu dieser Klippe.

Als wir über den Rand der Klippen blickten, konnten wir uns ungefähr ein Bild von dem machen was die Vors damals gefühlt haben. Die Bogenschützen am Fuß der Klippe die Ihre Geliebten, Freunde und Verwandte sich in Monstrositäten verwandelt sahen, oder als Kadavermenschen wiederbelebt die Klippen hinabstürzen und diese durch ihre Pfeile erneut sterben sahen, haben sicherlich unvorstellbares Leid erfahren. Wahrscheinlich zur großen Freude der Horrors.

Bei der Erforschung des hinteren Teils des Kaers kamen wir in eine Halle, die in ihrer Mitte ein Wasserbecken beherbergte. Die Bedeutung, welche die Begegnung mit dem Elementar das im Wasser des Brunnens festsaß, haben sollte, wurde mir erst später richtig klar. Das Elementar war von den Elementaristen der Vors beschworen worden um den Trinkwasserhaushalt zu regulieren und das Kaer zu bewachen. Durch einen bösen Streich des Schicksals wurde es im Brunnen vergessen, als es seine Aufgabe beendet hatte und die Vors das Kaer aufgaben.

Nachdem ich mich mit der Sprache des Wassers vertraut gemacht hatte gelang eine Übereinkunft. Undine, ich beschloss damals das Elementar Undine zu nennen, erlaubte uns das Kaer weiter zu erkunden, nachdem ich ihr glaubhaft unsere lauteren Beweggründe versichert hatte. Ich versprach Ihr, das wir nach einer Möglichkeit Ausschau halten würden ihr einen Zugang zur Elementarebene des Wassers zu verschaffen.

Wir fanden einen Geheimraum. Dieser war mit einer hundsgemeinen Falle ausgestattet. Wir dachten wir hätten die Öffnungsmechanismen richtig gedeutet. Dem war aber nicht so. Ich betrat den Raum und Traute meinen Augen kaum – Grimoiren aus allen Zauberrichtungen waren in diesem Raum aufgebahrt. Ich Griff nach der, die Elementarzauber enthielt und merkte, das etwas nicht stimmte.

Kurz überlegte ich noch ob ich noch nach einer der anderen Grimoiren greifen sollte, sprang dann aber schnell aus dem Raum wobei ich das Buch welche ich in meinen Händen hielt, mit meinem Körper beschützte. Ich hatte beinahe die Tür in den Vorraum erreicht als das Gesicht eines Drachen erschien und es in dem Geheimraum eine Explosion von solcher Wucht gab, das ich dachte das Kaer stürze ein. Mein Körper wurde von den Flammen des Zaubers eingehüllt und angebrannt. Ich wand mich in einer Agonie der Schmerzen. Drachenodem, schoss es mir durch den Kopf. Wie löscht man Drachenodem?

Ich schleuderte das Grimoire von mir um es nicht zu beschädigen und stürzte mich in das Becken in dem Undine lebte. Die flammen ließen sich durch Wasser nicht löschen. Ich musste meine ganze Willenskraft aufwenden um den Zauber zu brechen. Das war eine wirklich fiese Falle.

Nach einer kurzen Rast in der ich mich erholte, entdeckten wir eine Vorrichtung die den Wasserfluss innerhalb des Kaers regelte. Ein Ausgang für Undine. Wir errichteten eine behelfsmäßige Überbrückung und ermöglichten Undine den Übertritt in Ihre Ebene. Sie versprach mir bei Gelegenheit einen Gefallen zu erweisen.

Weitere markante Punkte die wir in dem Kaer auftaten war ein Schrein von Chorollis, der Passion des Handels. In seinem Schrein fand T´sraktung ein Schwert. Es war wohl eine besondere Waffe.
In den weiteren Räumlichkeiten des Schreins, fanden wir ein Loch in der Wand. Es sah aus wie hineingefressen.

Bei der Erkundung des Ganges kamen wir in eine etwas größere Höhle, Tarlon und T´sraktung näherten sich von einem anderen Gang den sie entdeckt hatten. Wir beobachteten dort zwei Wesen in schwarzen Roben mit einem Ork, der auf etwas gefesselt war was an einen Altar oder Schlachtertisch erinnerte. Anscheinend wurde er von ihnen mit einem Blutmagieritual bearbeitet.

Die Entscheidung ihm Helfen zu wollen fiel innerhalb eines Lidschlages. Ral hob seine Klinge und ein Schlag, der geringere Lebewesen einfach so niedergestreckt hätte, fuhr auf die eine Robengestalt herab, und sollte diese in zwei Teile hauen. Zu Rals und unser aller Verblüffung geschah nichts. Kein Stöhnen, kein wanken oder straucheln. Die Gestalten drehten sich einfach nur um.

Das was da von der Kutte verborgen worden war hatte nichts von einem Namensgeber an sich.
Es sah aus wie ein überdimensionierter Grashüpfer der schlechte Laune hat. Es entbrannte nun sogleich ein harter und gnadenloser Kampf. Diese Biester waren schnell. Schneller sogar noch als Ral, der mit seinen Kriegskünsten schon einer der schnellsten Kämpfer war die ich kannte. Ich zog mich wieder mit meinem Thron in vermeintlich sichere Höhen zurück, da fingen diese Dinger plötzlich an in die Luft zu springen und nach mir zu schlagen. Ich wurde aus meinem Thron geworfen und landete unsanft auf dem Boden.

Danach überstürzten sich die Ereignisse und der Kampf wurde verbissen und mit brutaler Härte geführt. Die Insekten wurden geschlagen, das Blatt wendete sich zu unseren Gunsten. Aber das Kampfesglück war launisch. Wir wurden zum Rückzug gezwungen als ein Zauberkundiger der Insektenwesen auftauchte. Ausgerechnet ein Illusionist.

Da lernte ich Illusionisten nicht zu mögen, falsches Pack. Arbeiten nur mit Täuschung und Heimtücke.

Eine weitere heimtückische Waffe dieser Insekten lernten wir auch noch kennen. Durch ihren Biss injizieren sie ein Gift welches den Gegner Lähmen soll. Das Gift ist sehr wirkungsvoll. Ich schnappte mir noch ein Buch, welches auf dem Opfertisch lag und bereitete mich auf ein hartes Rückzugsgefecht vor.

Der Illusionist nahm meinen Freunden mit einem Zauber den Atem und hätte uns fast alle kläglich erstickt. Nur die Konstitution von Trollen und die Lunge eins T´skrang konnte einen diese Tortur wohl überleben lassen. Oder man hatte Glück und einen schnellen Thron.

Ich zog den Ohnmächtigen Ork, der während der Kämpfe von Tarlon befreit worden war, hinter mir her. Wir flüchteten alle gemeinsam in die Vorhalle des Kaers. Ein weiterer Rückzug war durch eine geschickt angebrachte Falle in unserem Zustand damals nicht möglich.

Die Wesen denen wir in dem Kaer begegneten waren Invae eine Art Insektoide Horrors. Soweit ich mich Erkundigen konnte wird berichtet, dass sie vor der Plage auftauchten. Wenn ich mich recht erinnere tarnten sie sich anfangs als Questoren von Corollis. Als der Schwindel aufflog kam es damals zu den sogenannten Invae Verbrennungen.

Die Invae Verbrennung sind ein dunkles Kapitel der Namensgeber Barsaivs. Angetriben von Panik, Angst und Blutgier wurden damahls nicht nur Chorollisschreine geschändet sonder die Schreine vieler anderer Passionen auch. Dabei starben sehr viele unschuldige Questoren den Flammentot. Die Frage stellt sich, ob dies nicht das größte Werk dieser Horrors war.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Diese Dinger sind Meister der Tarnung und Täuschung. In dem Buch, das ich von dem Altar entwendet hatte wurden einige ihrer grausamen Rituale erläutert. So können sie zum Beispiel Fädengegenstände erschaffen die einige Eigenschaften der Personen für die sie bestimmt sind verbessern. Ein Krieger trifft besser, ein Zauberkundiger webt seine Fäden einfacher, ecetera. Wenn man jedoch das volle Potential des Gegenstandes ausnutzt und sich bis an das Maximum der Fadenränge daran webt, wird man in einen Invae verwandelt.

Als wir in einem sicheren Bereich des Kaers waren, stellten wir fest, das wir einen Angehörigen der Grimm Legion gerettet hatten, einen Scout, Akim Yanal. Den Rest der Legion fanden wir auch bald. Sie wurden angeführt von, genau, Molta meine spezielle Freundin. Das wiedersehen war frostig. Zwischen T´sraktung und Kwamm war die Luft noch deutlich kühler.

Ich überzeugte Molta, dass ich inzwischen frei von dem Einfluss des Horrors sei und forderte meinen Stab zurück. Zu meiner großen Überraschung überließ sie ihn mit auch. Wissen die Passionen warum. Wir beschlossen unsere Zwistigkeiten angesichts der Invae und des Horrors erst einmal zu Ignorieren und erst nach dem Kampf wieder darauf zurückzukommen.

Ein gutes Beispiel dafür, das wir Namensgeber Barsaives gemeinsam stärker sind als jeder Feind.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Wir fassten den Plan uns zu Teilen, Molta und die Legion gegen die Invae und wir gegen den Horror.

Wir stießen wieder tiefer in das Kaer vor und machten uns auf die Suche nach dem Horror. Die Legion bekam die genauen Angaben von uns wo der Eingang in den Stock der Invae zu finden war.

Bei genauerem Stöbern in den Oberen Etagen des Kaers fanden wir einen Raum der den Horror anscheinend beherbergte. Er war relativ groß und hatte auf einer Seite einen riesigen Spiegel; oder ein Fenster. Dort wurde eine Landschaft gezeigt die wohl nur ein Verrückter oder ein Horror als schön bezeichnet hätte. Merkwürdigerweise hatten wir alle auf die eine oder andere Art einige Missgeschicke oder beinahe Unfälle.

Der Horror hatte, so berichtete Ral später, von ihm gefordert den Spiegel zu zerschlagen. Natürlich widersetzte sich Ral mit der ihm eigenen trollischen Sturheit (Falls ein anderer Troll dies lesen sollte, dies ist keine Beleidigung.)

Der Kampf war hart dieser Horror war mächtiger als alles was sich uns damals bisher in den Weg gestellt hatte. Er wogte hin und her. Keiner konnte einen entscheidenden Vorteil herausschinden. Die Situation änderte sich erst als Molta und der Rest der Legion auftauchte. Ich glaube ich werde niemals mehr über das Auftauchen der Legion und Molta so erfreut sein wie in diesem Moment. Mit vereinten Kräften gelang es uns diese Monstrosität und Verhöhnung von Leben unschädlich zumachen. Dies war der erste Horror den wir gemeinsam erschlugen.

Als wir wieder am Lake Vor bei den Vors ankamen waren diese viel Freundlicher als am Anfang. Wir gehörten anscheinend nun dazu.

Die Abende in unserem Gasthaus waren von einer Geselligkeit die ich oder wir sonst nur selten fanden. Wir beschlossen in Vors unsere Künste zu verfeinern und uns dann wieder nach Throal zu begeben.

Ich tat mich mit Talin aus dem Hause Augar, dem Elementaristen, zusammen und er unterwies mich in einen weiteren Kreis. Das Grimoire die wir aus dem Kaer gerettet hatten verkaufen wir. Das Schwert welches T´sraktung fand hatte tatsächlich ein Muster. In seiner Freizeit machte sich T´sraktung an die Erforschung der Fragen die dieses Schwert beinhaltete.

Wie immer ging die Zeit viel schneller vorbei als man glaubt. Ein Schiff voller T´skrang legte irgendwann an und berichtete von einem Geisterschiff. Die ganze Besatzung war grausam getötet und verstümmelt worden. Wir vermuteten die Invae die aus dem Kaer entkommen waren hinter dem Anschlag und beschlossen nach Throal aufzubrechen um eventuell die Spur der Invae erneut aufzunehmen. Die Legion und Molta wollten ebenfalls die Invae verfolgen.

Die Rückreise nach Throal wurde eigentlich nur durch einen einzigen bemerkenswerten Vorfall gekennzeichnet: Wir wurden Überfallen. Ein dummer Fehler dieser Möchtegern-Räuber.

Uns und insbesondere T´sraktung, einem hoffentlich angehenden Corollis Questor, das Silber abnehmen zu wollen. Silber, welches wir im schweiße unseres Angesichtes aus einem Kaer geschleppt hatten.
Höflich wie wir waren hörten wir uns ihre Forderung an, lächelten gesittet und Stellten dann unsererseits eine Rechnung wegen der Verzögerung unserer Reise. Die Räuber, es waren Ork Brenner des Skull Wharg Stammes die von Gorton Schildbrecher angeführt wurden, waren davon nicht sehr begeistert. Ich hoffe sie konnten uns nachfühlen wie es uns bei ihrer Forderung ging.

Es kam zu einem, wie meist, kurzem Kampf. Ral, Tarlon und T´sraktung holten sie aus den Sätteln und einer wurde durch meine Zauber ausgeschaltet. Wir bekamen das was uns wegen der Verzögerung zustand und die Brenner zogen ab, als ob ein Horror hinter ihnen her wäre. Das schnelle verschwinden rettete ihnen wahrscheinlich das Leben.

Als wir uns wieder auf den weg machten stellte Ral fest das man ihm ein Stück seines Horns abgeschlagen hatte, ein schwerer Fehler. Ich glaube ich habe Ral noch nie, weder davor noch danach, jemals so gesehen wie da: Er war ruhig, beherrscht und voller Gleichmut. Das hat mir mehr Angst gemacht als der Horror oder irgend etwas anderes das mir seitdem untergekommen ist, außer vielleicht dem Pseudodrake des Geisterbeschwörers.

Ich habe diesen Abschnitt auskommentiert, da er nicht mit den Schilderungen Rals (s. Kapitel 7) übereinstimmt. In der Tat war wohl Thar Donnerhuf, Sohn des Gorton Schildbrechers, derjenige der Ral das Horn nahm.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Er nahm die abgebrochene Spitze und befestigte sie mit einem Eisenring wieder an dem Stumpf des Horns. Gut das die Brenner schon hinter dem Horizont verschwunden waren. Sie wussten anscheinend warum.

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Kapitel 6

Die Sturmklingen Raiser