Kapitel 7

Kapitel 7: Vom Konflikt mit Wyvern, Scorchern 800 Schwertwedlern und einigen Invais

Nach unserem erfolgreichen Kampf gegen den Schwarzen Geist (Tendris’al) und die Invais kehrten wir zurück in die Stadt der Vors. Hier fanden wir mit freundlicher Unterstützung der dankbaren Anwohner Unterkunft, Lehrmeister und konnten unsere Ausrüstung erneuern.

Jetzt ist unsere Ausbildung hier beendet. Wir konnten alle aus unseren Erfahrungen lernen und nützliche Schlüsse daraus ziehen. Es wird Zeit wieder aufzubrechen, wer nicht in Bewegung bleibt rostet wie die schartige Klinge eines unbenutzten Schwertes. Wir verlassen die Stadt der Vors noch ehe die Sonne den Himmel erklommen hat. Ich werfe keinen Blick zurück, es gibt noch soviel über das ich nachdenken muß, so viele Dinge, die immer noch nicht ganz bis zum meinem Innern vorgedrungen sind; oder sind es schon zu viele?
Unser Ziel ist das große Turnier in Throal, dort werden wir auch unsere Abenteuerberichte in der Großen Bibliothek abgeben, auf das alle Namensgeber von unserer Legende erfahren mögen. Es begleitet uns T’sraktungs Lehrmeister, der Schwertmeister Hi-Long, er möchte ebenfalls an diesem Turnier teilnehmen und will, glaube ich, lieber unter unserem Schutz als alleine dorthin gelangen.

Unser Weg sollte ungefähr zehn Tage dauern. Ausgeruht und tatendurstig sehen wir neuen Herausvorderungen entgegen. Was wird Thystonius wohl diesmal für mich bereithalten?

Der erste Tag verläuft völlig ruhig, Vaddar zaubert abends ein erstaunlich gutes und auch reichliches Essen herbei. Ich als Namensgeber des Kampfes und Krieges muß diesen Zauberern doch zugestehen, daß sie es zumindest verstehen die Effektivität im Kampf wenigstens indirekt zu unterstützen.
Am zweiten Tag erfreuen wir uns wieder guten Reisewetters, alles läßt sich hervorragen an, doch da erscheint ein uns wohlbekanntes Zeichen am Horizont, eine sich vergrößernde Staubwolke. Orkscorcher!!! Wir entschließen uns die Waffen vorerst stecken zu lassen. Mit der letzten Orkscorchergruppe des Skull Wharg Stammes, angeführt vom einem gewissen Schildbrecher, konnten wir uns sehr gut friedlich einigen. Ein Krieger sollte nur kämpfen und siegen wenn der Konflikt
unausweichlich ist. Die Gruppe nähert sich und wir können zehn Scorcher auf Tundrabestien erkennen. Zu unsere Überraschung führt sie nicht Schildbrecher an, sondern sein Sohn Thar Donnerhuf, welcher uns erzählt sein Vater sei nun im Ruhestand.

Soweit so gut. Unsere Hände zucken schon zu den Geldbeuteln, um die auch bei der letzten Begegnung mit den Donnerern die entstellte Summe von 50 Silbermünzen zu zahlen. In diesem Moment begeht der junge Ork einen Fehler der den Konflikt unausweichlich macht. Besitzt er doch die Frechheit pro Nase 20 Goldmünzen zu verlangen. Man sollte Forderungen nur stellen, wenn man auch sicher ist selbige im Ernstfall sich auch holen zu können.

Aus diesem Grund kontert T’sraktung mit unserer Forderung von 50 Silbermünzen pro Scorcher um dieser Frechheit Einhalt zu gebieten. Wütend greifen sie an, kalt entschlossen und mit der gewohnten Abgebrühtheit stellen wir uns dem Gegner entgegen. T’sraktung gelingt es in einem atemberaubenden, und wie ich meine völlig unnötigen Manöver, sich auf eine Tundrabestie zu schwingen und den Reiter abzuwerfen. Die gleiche Aktion zeigt auch Hi-Long. Muß wohl eine Schwertmeisterkrankheit sein. Innerlich kopfschüttelnd knöpfte ich mit den Anführer vor, unterstützt von Talon. Vaddar höre ich in meinem Rücken unverständliche Formeln sprechen. Tief tauche ich in den Brunnen meiner inneren Ruhe ein und erinnere mich meiner ureigensten Instinkte, nur noch meinen Gegner im Auge gehe ich zum Angriff über. Ein dumpfer Schlag, den ich nur am Rande meines Bewußtseins wahrnehme, ertönt, ich bin schwer am Kopf getroffen. Blut läuft mir ins Gesicht, ich spüre wie sich ein tiefes Grollen seinen Weg von meinem Bauch in den Rachen bahnt. Wütend schreie ich meinen Schmerz heraus. Es gelingt mir Thar Donnerhuf zu Boden zu schlagen und ich setze dem Schwerverletzten die Klinge an den Hals. Die noch stehenden Scorcher strecken im Angesicht ihrer Niederlage die Waffen und der Sieg ist wiedermal unser.

Wir erhalten zwar nicht den geforderten Betrag, doch das ist eigentlich auch zweitrangig. Wir lassen alle Scorcher friedlich abziehen und setzen unseren Weg fort. Erst jetzt bemerke ich, daß mir ein Teil meines Horns abgeschlagen worden ist, Thar Donnerhuf, heute hat dich dein Schutzengel gerettet indem er mir die Augen zugehalten hat. Mit meiner Hornspitze in der Tasche geht es weiter nach Throal. Nachts quälen mich wieder diese Alpträume. Das Turnier bringt mich vielleicht auf andere Gedanken.

Es sind noch wenige Tage bis zum Turnier und heute Mittag sind wir wieder in die zwei befeindeten Dörfer gekommen. Die Leute hier haben sich kein Stück verändert, noch immer reicht das Weideland bei vernünftiger Aufteilung für beide Dörfer und doch bekriegen sie sich, da jeder mehr haben will als der andere. T’sraktung probiert es wieder mit vernünftigen Argumenten, doch wie erwartet ohne Erfolg. Die Dorfbewohner beschuldigen jeweils das andere Dorf sich mit einem Dämonen verbündet zu haben, doch wie sich herausstellt sind in beiden Dörfern Opfer zu beklagen.

Ral bezieht sich hier wohl auf ein Ereigniss aus der Vergangenheit, ev. der Reise zum Lake Vors, das leider nicht dokumentiert wurde. Da Ral und Vaddar zu diesem Zeitpunkt noch unter dem Einfluss eines Horrors standen, haben wir beschlosse nicht nicht nachzufragen.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

Wir erklären uns bereit die Sache zu klären, übernachten dort und legen des Nachts einen Köder für den vermeintlichen Dämon aus. Ich werde bei meiner Wache von Schreien aufgeschreckt. Ein Junge hat sich in der Nähe unseres Lagers mit einem Mädchen aus dem Nachbardorf getroffen und ist von irgendetwas angegriffen worden. Da, eine Bewegung in der Luft. Ich gebe Alarm und warne Hi-Long vor dem Ungetüm das auf ihn zufliegt. Nur gut, daß wir Trolle im Dunkeln sehen können. Es ist noch ein zweites Wesen in der Gegend und es sind noch andere Bewegungen auszumachen.

Endlich kommt es zum Kampf, wir erlegen eins und das andere flüchtet schwerverletzt. Dem Jungen geht es nicht besonders und wir kümmern uns erst einmal um ihn. Die Dämonen waren ganz gewöhnliche Wyvern, die erlegte nehmen wir mit in die Dörfer um die Leute dort vom Tod ihrer “Dämonen” zu überzeugen. Hoffentlich faßt hier der Frieden bald wieder Fuß. Nach getaner Arbeit setzen wir unseren Weg fort und erreichen auch unbehelligt Throal.

Das große Tor Throals erscheint vor der riesigen Masse von Zelten und Lebewesen weniger eindrucksvoll als ich es in Erinnerung hatte. Batertown hat sich um circa das Doppelte vergrößert und erweckt den Eindruck aus allen Nähten zu platzen. Zuerst verstecken wir alle unser Gold an Stellen die nie ein Namensgeber zuvor erforscht hat. Wir kennen Diebe nur zu Genüge.

Ausnahmslos nehmen wir an dem Turnier teil, also auch Vaddar. Dieser scheidet wie zu erwarten, doch mit beachtlichem Widerstand für einen Elementaristen, in der ersten Runde aus. Ich habe in den ersten beiden Runden keine Probleme mit meinen Gegnern und auch in der dritten Runde dominiere ich meinen Gegner, treffe ihn dreimal schwer und doch rutscht mein Schwert zweimal unglücklich ab und verursacht bei diesen Schlägen kaum Schaden. Es gelingt nur Tarlon und T’sraktung bis in die sechste Runde des Turniers vorzustoßen, wo sie schließlich aufeinandertreffen.

Der Kampf beginnt, Tarlon greift an und T’sraktung manövriert ihn geschickt aus, plötzlich wird der Kampf unterbrochen. Es bilden sich Risse in der Luft und Invais materialisieren sich auf dem Turnierplatz. Sie nutzen das Überraschungsmoment und attackieren Vaddar, Tarlon, T’sraktung und den Königssohn Neden, der sich zufälligerweise in ihrem Weg aufhält.

Es gelingt ihnen Vaddar das Invaibuch abzunehmen, welches wir damals bei den Vors gefunden hatten, und zu flüchten. Die anderen Invais werden schnell von den Anwesenden niedergestreckt und können nicht entkommen. Diese Kreaturen haben wir bestimmt nicht zum letzten mal gesehen.

Bis zu diesem Bericht sind wir davon ausgegangen das dieser Angriff dem Leben Prinz Nedens galt. Aber wie es scheint waren die Invae hinter dem Buch her.
- Roger Raiser, Scribe and Archivist of the Halls of Records

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Kapitel 7

Die Sturmklingen Raiser